Sonnenschutz · Systemarten
Die Sonne vor der Scheibe abfangen: vier Arten von Sonnenschutz
Dieser Beitrag stützt sich auf amtliche Statistiken, Verordnungen, Normen und Fachpublikationen der Branche; die Quellen sind am Ende aufgeführt.
- Außenliegender Sonnenschutz fängt die direkte Sonneneinstrahlung an der Fassade vor dem Glas ab und verhindert so Überhitzung und Blendung im Innenraum.
- Waagerecht angeordnete feststehende Lamellen an einer Südfassade halten die hochstehende Sommersonne ab und lassen die tiefstehende Wintersonne herein.
- Bei verstellbaren Lamellen und Raffstores lässt sich über den Lamellenwinkel das Verhältnis von Verschattung und Tageslicht steuern.
- Ein ZIP-Screen filtert Sonnenlicht und Wärme, ohne den Blick nach außen ganz zu verschließen, und bietet einen hohen Windwiderstand.
Der grundlegende Unterschied zwischen außen- und innenliegendem Sonnenschutz liegt darin, wo der Schatten entsteht. Entsteht er vor dem Glas, gelangt der größte Teil der Wärme gar nicht erst ins Gebäude. Dieser Unterschied wird umso wichtiger, je mehr gekühlt werden muss: Nach Angaben der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der EU können 26 % der Haushalte in der EU ihre Wohnung im Sommer nicht angenehm kühl halten [1]. Dieser Beitrag stellt die vier Hauptarten vor und zeigt, wie ihre Leistung gemessen wird, was die Forschung ergibt und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Fragen zum Thema außenliegender Sonnenschutz? Das Team von Ferrini hilft Ihnen gern weiter: +90 232 864 22 20.
Vier Arten von außenliegendem Sonnenschutz
Feststehende Lamellen werden in einem festen Winkel montiert und sind wartungsfrei. Waagerecht an Südfassaden angeordnet, halten sie die Sommersonne ab und lassen die Wintersonne herein. Verstellbare Lamellen werden von Hand oder per Motor gedreht, sodass sich Verschattung und Tageslicht dem Sonnenstand anpassen lassen; im System Orient von Ferrini sind feststehende und bewegliche Lamellenprofile kombiniert.
Außenjalousien, auch Raffstores genannt, bestehen aus Aluminiumlamellen, die sich vollständig schließen, hochfahren oder wenden lassen; sie sind in Büro- und Wohngebäuden verbreitet. Beim textilen Sonnenschutz in Form des ZIP-Screens ist der Stoff in den Führungsschienen fixiert: Er filtert Sonne und Wärme, lässt den Blick nach außen frei und hält Wind gut stand.

So wird die Leistung gemessen
Die thermische Wirkung eines Sonnenschutzprodukts wird mit g tot angegeben, dem Anteil der gesamten Sonnenenergie, der durch Verglasung und Sonnenschutz zusammen ins Gebäude gelangt. EN 14501 ordnet diesen Wert in Klassen ein; je niedriger er ist, desto weniger Sonnenwärme dringt ein [2]. Dieselbe Norm klassifiziert auch Merkmale des visuellen Komforts wie Blendschutz, Sichtverbindung nach außen und Tageslichtnutzung [2]. Eine Bewertung berücksichtigt also neben der Verschattung auch Licht und Ausblick.
Wie sehr die Einbaulage zählt, zeigt die Stofffarbe. Ein Branchenleitfaden auf Basis von EN 14501 nennt für außenliegende Stoffe einen g tot von 0,08 bei Dunkelgrau und von 0,11 bei Weiß, während sich das Ergebnis bei innenliegendem Sonnenschutz umkehrt. Dunkle Farben sind außen also kein Nachteil für den sommerlichen Wärmeschutz [3].

Was die Forschung zeigt
In einer Simulation der European Solar-Shading Organization (ES-SO) für ein Wohnhaus in Athen senkten Raffstores den Kühlbedarf bei manueller Bedienung um 21 % und bei automatischer Steuerung um 39 % [4]. Eine Studie zu einem Bürogebäude in Antalya an der Mittelmeerküste untersuchte 1.485 Szenarien; die wirksamsten feststehenden außenliegenden Lösungen senkten den Kühlenergiebedarf bei Hochleistungsverglasung um 37–49 % und bei leistungsschwacher Verglasung um 73–78 % [5].
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine automatische Steuerung die Einsparungen erhöhen kann und dass der Beitrag des Sonnenschutzes von der Verglasung abhängt [4, 5]. Da sie auf Simulationen und Untersuchungen einzelner Gebäude beruhen, sind sie als Anhaltspunkte zu lesen, nicht als Einsparprognose.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Die erste Entscheidung hängt von der Ausrichtung ab. An Südfassaden steht die Sonne im Sommer mittags hoch, daher wirken waagerechte Lamellen dort gut. An Ost- und Westfassaden trifft die Sonne in flachem, fast horizontalem Winkel auf; hier sind senkrechte Lamellen, verstellbare Systeme oder ZIP-Screens wirksamer. Nordfassaden erhalten wenig direkte Sonne, dort hat das Tageslicht Vorrang.
Das zweite Kriterium ist die nachgewiesene Leistung. Die Anforderungen an Rollläden und Raffstores sind in EN 13659 festgelegt, die an Markisen, zu denen auch ZIP-Screens zählen, in EN 13561 [6]; Windlastprüfungen erfolgen nach EN 1932 [7]. Vergleichen Sie die vom jeweiligen Hersteller erklärte Windwiderstandsklasse und nicht Beaufort-Angaben, deren Umrechnung von Hersteller zu Hersteller abweicht [8].
Häufige Fragen
Wie berücksichtigen europäische Vorschriften den Sonnenschutz?
Etwa zwei Drittel der europäischen Länder verwenden den Wert g tot nach EN 14501 in ihren nationalen Energieberechnungen, sodass sich der Sonnenschutz in der amtlichen Energiebilanz eines Gebäudes niederschlagen kann [9]. Zudem erfassen die Vorschriften zunehmend direkt den Sommerkomfort: Das britische Approved Document O begrenzt die solaren Wärmeeinträge im Sommer bei neuen Wohngebäuden [10], und die französische RE2020 bewertet den Sommerkomfort in Gradstunden, ohne eine Klimaanlage einzurechnen [11].
Woher stammen die Informationen auf dieser Seite?
Aus externen Quellen, nicht aus den Produktionsdaten von Ferrini. Die Leistungsdefinitionen stammen aus europäischen Normen [2, 6, 7], die Angaben zur Energiewirkung aus der Simulation eines Branchenverbands und einer wissenschaftlichen Studie [4, 5] und der politische Rahmen aus Quellen der EU und einzelner Länder [1, 9, 10, 11]. Die eigenen Produktionsdaten von Ferrini zu Sonnenschutzprodukten werden im Bericht des Unternehmens gesondert dargestellt.
Quellen
- European Commission Joint Research Centre (JRC), Addressing Residential Cooling Demand and Summer Energy Poverty in the EU – Towards a Cooler Future (JRC143288), 23.01.2026. https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC143288
- CEN, EN 14501:2021 Blinds and shutters – Thermal and visual comfort – Performance characteristics and classification (consolidated version EN 14501:2021+A1:2025), March 2021; 2025. https://iteh.es/catalog/standards/cen/8b0257b8-f10b-4994-ae49-2493d6cd12ab/en-14501-2021
- ES-SO / Solskyddsförbundet, Solar shading for low energy buildings (with EN 14501 classification), 2012 (industry association publication). https://www.solskyddsforbundet.se/wp-content/uploads/2019/12/Solar-shading-for-low-energy-buildings.pdf
- ES-SO (European Solar-Shading Organisation) Technical Committee, Conventional control strategies for shading devices in residential and office premises, March 2025 (industry association publication). https://es-so.com/onewebmedia/news/Control%20Strategies%20for%20shading%20devices.pdf
- Koç, S. G. and Maçka Kalfa, S., The effects of shading devices on office building energy performance in Mediterranean climate regions, Journal of Building Engineering 44, 102653, 2021, DOI 10.1016/j.jobe.2021.102653. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S2352710221005118
- CEN (European Committee for Standardization), CEN/TC 33, EN 13561:2015 External blinds and awnings; EN 13659:2015 Shutters and external venetian blinds – Performance requirements including safety, August 2015 (catalogue records). https://iteh.es/catalog/standards/cen/49186b1d-7c1a-4bbc-9a04-f83572642c33/en-13659-2015
- CEN / Estonian Centre for Standardisation; Swiss Association for Standardization, EN 12045:2000 Power operated blinds and shutters – Safety in use; EN 1932:2013 External blinds and shutters – Resistance to wind loads, catalogue records, accessed 02.10.2026. https://www.evs.ee/en/evs-en-12045-2000
- BauNetz Wissen Sonnenschutz (Heinze GmbH), Windwiderstandsklassen, undated page, accessed 02.10.2026. https://www.baunetzwissen.de/sonnenschutz/fachwissen/bauphysik/windwiderstandsklassen-10299092
- Van Eycken, A. (ES-SO), Solar and daylight management for energy performance of buildings, REHVA Journal 04/2015, s. 26–27. https://rehva.eu/rehva-journal/chapter/solar-and-daylight-management-for-energy-performance-buildings
- GOV.UK (DLUHC), Overheating: Approved Document O, 15 December 2021; updated 15 June 2022, accessed 02.10.2026. https://www.gov.uk/government/publications/overheating-approved-document-o
- Fédération Française du Bâtiment, RE 2020 : confort d'été et indicateur DH, undated, accessed 02.10.2026. https://www.ffbatiment.fr/techniques-batiment/reglementation-construction/reglementation-thermique-environnementale/dossier/re2020-confort-d-ete-et-indicateur-dh


